Geschichte_01
Die ersten schweren AnfängeBereits am 1.5.1955 hatten begeisterte Flugsportler auf der sog. “Schafweide“ am südlichen Ortsrand von Böhlen einige Sprünge und Hochstarts mit Segelflugzeugen genehmigt bekommen und auch durchgeführt.
Am 1. Mai 1956 haben die Flugsportler des Böhlener Chemie-Werkes mit Unterstützung der damaligen Bezirksorganisation Leipzig der GST auf einem geeignetem Gelände des Tagebaues unmittelbar nördlich der Hochkippe zwischen der noch aktiven Tagebau-Ostausfahrt auf der Böhlener und einem Restloch auf der Zwenkauer Seite (etwa im Bereich des in den 40er Jahren überbaggerten Dorfes Zechwitz) einen kleinen “Flugtag“ mit einer Motorschleppwinde und ein paar Segelflugzeugen durchgeführt („Baby IIb“ u. „Pionyr“).
Das dabei “entdeckte“, vor der Hochkippe des Tagebaues gelegene und in Eigentum bzw. Rechtsträgerschaft des Werkes befindliche, Gelände erwies sich als geeignet. Obwohl es nur über “wilde“ Kippenwege erreichbar war, seine Oberflächenbeschaffenheit (unbefriedigend rekultivierte u. planierte Teilstücke, viele Tausend aufzusammelnder Steine störender Größe) noch viel Arbeit erwarten ließ, gingen die Segelflieger unter Leitung ihres damals einzigen Fluglehrers „Gerhard Kircheis“ (damals Schlosser im Benzinwerk, wohnhaft in Großdeuben) mit großer Initiative an die Schaffung eines Flugplatzes.
Die Werkleitung des Kombinates unter Direktor Kurt Ludwig gab die Zustimmung. Mit Hilfe des Tagebaus wurde das Flugfeld von allen Hindernissen beräumt und für den Flugbetrieb vorbereitet.
Um den Flugbetrieb auf der Kippe durchführen zu können, mussten jeweils morgens die Schleppwinde mittels GST-Fahrschul-Lkw und die Segelflugzeuge mit alten vom Werksfuhrpark ausgesonderten Ford-Pkw mittels Spezialanhänger von den Unterstellgaragen in Pulgar über Feld- u. Kippenwege ca. 3 km zum Fluggelände transportiert werden.Der Flugzeugpark bestand damals aus 2 Schulgleitern „SG 38“ und einem „Baby IIb“. Die Schulgleiter „SG 38“ wurden in Pulgar aufgerüstet und dann per Hand zum Platz gezogen.
Das „Baby IIb“ musste vor dem Flugbetrieb erst aufgerüstet werden. Zum Feierabend erfolgte die Prozedur in umgekehrter Richtung. Nur der Rücktransport der Flugzeuge wurde manchmal eingespart. Sie wurden mit dem letzten Flug des Tages auf das Feld eines noch in Pulgar ansässigen Bauern in unmittelbarer Nähe der Unterstellgaragen gelandet.


