Geschichte_02
Aus dem Flugfeld wird ein FlugplatzDiese Situation konnte für eine effektive Ausbildungstätigkeit aber nicht mehr genügen. Die Werkleitung wurde deshalb wieder um Hilfe
gebeten. Sie genehmigte den Abbruch einer Baracke des ehemaligen Lagers Pulgar durch die Flieger, damit aus deren noch nutzbaren Teilen (Dachbinder, Holzbelag, Seitenwände, teilweise Fenster u. Türen) wichtige Bauteile, zum Aufbau einer “Flugzeughalle“ auf dem neuen Gelände, gewonnen werden konnte.
Mit der Muskelkraft aller Flieger und technischer Unterstützung durch das Böhlener Werk, ging es an den Aufbau der Flugzeughalle. Mit der Einsatzbereitschaft, Organisation und den Beziehungen der Flieger und großer Unterstützung fachkundiger Helfer u. Kollegen aus dem Werk gelang es relativ schnell der Aufbau einer nutzungsfähigen Flugzeughalle aus den Barackenteilen und weiteren organisierten Materialien zu vollenden.
Auch für die Winde und Fahrzeuge wurde ein Anbau erstellt. Damit war die Unterbringung der Flugzeuge und der anderen Technik am Platz gesichert und schon bald gehörte der zeit -und kraftraubende Transport der Flugzeuge und der Winde der Vergangenheit an. Die Mitgliederanzahl der Segelfliegergruppe wuchs schnell. Besonders Lehrlinge des Kombinates, und Schüler der 9. u. 10-Klassen aus Böhlen und den Orten der näheren u. weiteren Umgebung und auch ältere flugbegeisterte Menschen, die teilweise in ihrer Jugend schon fliegerische Erlebnisse hatten, verstärkten die Gruppe der “Flugsüchtigen“. Im Spätsommer 1956 wurde noch an mehreren Wochenenden Flugbetrieb auf dem Kippengelände durchgeführt.
In den Sommerferien hatte eine größere Gruppe Böhlener Segelflieger an Ausbildungslehrgängen am Flugplatz Roitzschjora (zw. Delitzsch u. Bad Düben) teilgenommen. Im November 56 organisierten sie einen weiteren Lehrgang an der Segelflugschule in Laucha /Unstrut. Dabei wurden wichtige Grundlagen für den Erwerb von notwendigen Qualifikationen geschaffen, damit ab 1957 ein kontinuierlicher Flugbetrieb zur Ausbildung von Segelfliegern am Flugplatz in Böhlen stattfinden konnte. Durch die Ausbildung weiterer Fluglehrer wie Gerhard Nagel und Hans Anger konnte auch die fliegerische Ausbildung der Flugschüler weiter verbessert werden. Nun gehörten Segelflugzeuge am Himmel zum “Böhlener Bild„.
Parallel zum Erwerb von Berechtigungen waren auch immer mehr Segelflieger in der Lage die Kräfte der Natur, die meteorologischen Bedingungen, für sportliche Leistungen zu nutzen. Die oft sehr ausgeprägten und über viele Stunden am Tag anhaltenden Aufwinde über den Werksanlagen in Böhlen und Espenhain ermöglichten längere Dauerflüge. Als Anerkennung ihrer großen Initiative kaufte das Kombinat Böhlen den Fliegen ein Leistungssegelflugzeug Typ “Meise“ vom Flugzeugwerk in Lommatsch.


