Geschichte_05

Ein neues Problem! Die Flugplatzverlegung

Mussten bereits 1956/57 beim Anlegen des Flugplatzes nicht gerade einfache Probleme mit einer im Bereich geplanten Hochspannungs-Freileitung gelöst werden, stand bereits 1959 wieder ein schier unlösbares Problem an.
Der Tagebau verlegte seinen Drehpunkt von Großdeuben nach Zwenkau und die Kohleverbindungsbahn zum Werk wurde neu trassiert - genau diagonal über den Segelflugplatz.

Die Segelflieger waren sich einig, Aufgeben gilt nicht. Etwa 500-800 m weiter nördlich liegt das Gelände nach der Verkippung nun schon lange genug, das keine Setzungen mehr zu befürchten sind. Wenn es durch den Tagebau planiert und mit Rasen angesät wird, nehmen wir einen neuen Anfang mit dem enormen Aufwand der “Umsiedlung“ auf uns.

Die Werks- und Tagebauleitung sagte die erforderliche Unterstützung zu und sorgte für die Planierung und Ansaat des neuen Flugfeldes. Der Flugbetrieb wurde ab August 1960 eingestellt. Die “Halle“ wird auseinander genommen und umgesetzt! Dieser feste Vorsatz, untermauert durch große Einsatzbereitschaft u. erbrachte Leistungen, verhalfen der Flugplatzleitung bei der Werks- u. Tagebauleitung und vielen Arbeitskollegen und Freunden der Flieger die notwendige Hilfe und Unterstützung zu finden. Für die Transporte und den Wiederaufbau der “Halle“ gab es Unterstützung mit Technik und wo notwendig auch mal mit Fachkräften. Die meisten Arbeiten mussten die Flieger aber selbst bewältigen, bis hin zum Einsammeln der förmlich immer wieder “nachwachsenden“ Unmengen von Steinen auf der gesamten Flugbetriebsfläche.

Strom - u. Telefonanschluß wurde über Tagebauleitungen geschaffen und in der Hallenbaracke wurde neben einer Flugleitung auch eine einfache Übernachtungsmöglichkeit eingerichtet. Das Heranführen von Trinkwasser blieb aber eine vorerst unlösbare Aufgabe. Das Gebrauchswasser musste bis Ende der 70er Jahre als Regenwasser aufgefangen werden, oder die Betriebsfeuerwehr füllte bei großem Bedarf (z.B. während der Zeit von Ausbildungslehrgängen) das Sammelfass mittels Tankfahrzeug. Die Ausbildungslehrgänge in den Sommerschulferien wurden, während der Flugplatzverlegung, erstmals wieder auf den Flugplatz Roitzschjora durchgeführt. Ab Juli 1961 fand die Ausbildung dann wieder voll auf dem neuen Gelände statt.