Geschichte_13
Die Kadermühle beginnt zu mahlenAb 1962 gab es ständig zunehmend Einschränkungen für den Segelflug der DDR. Es wurden immer mehr Restriktionen angewendet hinsichtlich der Personen, die zur Teilnahme am Flugsport zugelassen wurden. Die Zulassung zur fliegerischen Ausbildung wurde in immer kürzeren Abständen von Beurteilungen staatlicher und betrieblichen Stellen abhängig gemacht.
1976 wurde die gesamte obere Leitungsebene des Zentralvorstandes der GST durch ausgemusterte Offiziere der NVA neu besetzt. Als Folge wurden weitere verschärfte Anweisungen und Einschränkungen im Flugbetrieb wirksam. Bei der erneuten Bestätigung der Ausbilder für 1977 wurden neue Kaderrichtlinien angewendet, die es vielen Fluglehren und Ausbildern nicht mehr möglich machten am Flugbetrieb teilzunehmen.
Auch aus dem Kreis der Böhlener Segelflieger mussten verdienstvolle Fluglehrer oder andere für das Funktionieren des Flugbetriebes wichtige Personen ausscheiden, trotz jahrelanger hoher Einsatzbereitschaft. Gründe: „festgestellte“ Aktivitäten oder Beziehungen zu Westverwandtschaft o.ä. So auch unseren langjährigen Ausbildungsleiter H-Jochen Braesel und den Technischen Leiter Horst Kluge, sowie mehrere verdienstvolle Fluglehrer. Die zur Verfügung stehenden Ausbilder verringerten sich dadurch drastisch.
Der Staat war nur noch bereit die erforderlichen materiellen und finanziellen Aufwendungen für den Flugsport zu geben, wenn daraus genügend vorausgebildete Kader für Berufssoldaten/Offiziere für die NVA hervorgehen. Alle Möglichkeiten einer flugsportlichen Tätigkeit außerhalb dieses “Rahmens“, etwa auf privat finanzierter Grundlage, waren in der DDR verboten und wurden sogar strafrechtlich verfolgt. Auch international sich entwickelnde Luftsportarten wie z.B. Drachenfliegen, Gleitschirmfliegen u. Ultraleichtflug, wurden in der DDR im Keimstadium verhindert. Selbst die Beteiligung eines DDR-Bürgers an einer solchen Sportart in den Nachbarländern (z.B. Polen, Ungarn, CSSR) wurde verfolgt. (Luftsport, Tauchen, Hochseesegeln u.ä. bargen ja Möglichkeiten ungenehmigter Grenzübertritte).


