Geschichte_15

Der Rückblick

Diese Akte enthält bis hierher rd. 51 000 Segelflugzeugstarts mit der Winde, rd. 2800 Starts mittels Flugzeugschlepp, ca. 10300 h Flugzeit im motorlosen Flug, weit über 34 000 km registrierte Streckenflüge, 125 C Prüfungen, über 80 staatliche Segelflugerlaubnisse, mehr als 50 Piloten flogen alle 3 Bedingungen für das Internationale Segelfliegerleistungsabzeichen Silber C“, 2 Piloten erfüllten die 3 Bedingungen für die “Gold C“ und 4 Segelflieger flogen mit einem Zielstrecken-Segelflug von über 300 km einen Diamanten zum Leistungsabzeichen. Diese Akte enthält aber vor allem fast 100 000 Baustunden an Flugzeugen, Geräten, Gebäuden und ihr Inhalt war ausschließlich in ehrenamtlicher Arbeit (am Böhlener Flugplatz gab es kein hauptamtliches Personal) gestaltet wurden.

Die Akte enthält für diese 23 Jahren auch Kapitel über Unfälle, Störungen und beschädigte oder gar zerstörte Flugzeuge. Es waren aber vergleichsweise nur wenige solcher negativen Ereignisse und vor allem gab es keine Verluste an Menschenleben und auch keine schweren Gesundheitsschäden!

Viele ehemalige Böhlener Segelflieger gingen in den 80er Jahren am liebsten gar nicht mehr auf das Gelände des Flugplatzes, da ihnen bei dem Anblick des langsamen Verfalls das Heulen näher war als das Lachen. Viele hatten ja einen nicht unwesentlichen Teil ihrer Kräfte und Fähigkeiten dort investiert, immer auch in der Hoffnung das die nächste Fliegergeneration das “Erreichte“ weiternutzen und ausbauen kann.

Gerhard Kircheis, ohne dessen Initiative u. unermüdliche Einsatzbereitschaft in den 50er Jahren der Flugplatz Böhlen nicht errichtet worden wäre, der es immer wieder verstanden hat Befähigte um sich zu scharen und bis 1979 mit diesen gemeinsam als ihr Flugplatzleiter den Böhlener Flugplatz ständig weiter aufbaute, hatte es mit am stärksten getroffen, als der Flugplatz einfach ohne Begründung still gelegt wurde. Er musste sich - wie andere auch - fügen, konnte es nicht verhindern und zog sich deshalb aus der aktiven Fliegerei zurück.