Geschichte_16

Der Neuanfang

Die politische Wende im Jahr 1989 ließ plötzlich für alte und neue Flugbesessene schon verloren gegangene Träume wieder realisierbar erscheinen. Gemeinsam mit einigen „Ehemaligen“ reaktivierte Gerhard Kircheis den noch im Flugplatzregister der DDR eingetragenen Flugplatz, sammelte weitere Interessenten um sich, um in Böhlen wieder zu fliegen zu können

Für den Segelflug war 1990 weder die technische noch die personelle Grundlage mehr vorhanden. „ULTRALEICHTFLUG“, eine für ehemalige DDR-Bürger nun mögliche Luftsportart, die auch finanziell für die nunmehr nur rein privat finanzierte Sport-Fliegerei machbar erschien, wurde das erste Ziel für den neu zu gründenden Verein, dessen Basis der Flugplatz Böhlen sein würde.

Gerhard Kircheis (Anfang 1989 Altersrentner geworden) nahm die Organisationsfäden in die Hand, um den Böhlener Flugplatz wieder zu beleben.

Am 15.04.1990 fand im Klubhaus Böhlen die Gründung des “Ultraleichtfliegerclub Böhlen e. V. “ unter dem Dachverband FFSV (Flug- u. Fallschirmsportverband der DDR) statt. G. Kircheis wurde zum Vorsitzenden und W Thomas zum 2. Vorsitzenden gewählt.

Es war auch gelungen Klaus Ledig (Segelfluglehrer mit Motorsegler- berechtigung) für den UL-Flug zu gewinnen. Er brachte beste Voraussetzungen mit, um sehr schnell die erforderlichen Bedingungen zu erfüllen die für eine Tätigkeit als UL-Fluglehrer noch notwendig waren. Auf dem zu der Zeit noch existierenden Flugplatz Leipzig-Mockau wurde er mit anderen Segelfluglehrern der DDR zum UL-Fluglehrer umgeschult und legte die erforderlichen Theorie- und Flugprüfungen erfolgreich ab. Als Flugfeld wurde vorübergehend, bis auf dem Flugplatz, der inzwischen durch die Landwirtschaftlich genutzt wurden war, eine Start- u. Landebahn hergerichtet war, der ca. 1 km NNW-lich liegende kleine Agrarflugplatz genehmigt.

Es gelang auch sehr schnell ein UL-Flugzeug vom Typ “Sky-Walker“ in Haltergemeinschaft von Clubmitgliedern zu kaufen Am 23.August 1990 erfolgten die ersten Starts. UL-Flieger aus der Schweiz und dem Schwarzwald besuchten den Böhlener Club und gaben praktische Unterstützung.

Dem UL-Club Böhlen wurde bereits 1990 der Status einer Vereins -und UL -Flugschule zuerkannt. 1994 organisierte der Luftsportverband Sachsen mit dem UL -Club Böhlen einen Fluglehrerassistenten - Lehrgang auf dem Platz, an dem außer Böhlener Piloten weitere UL-Flieger zu Assistenten ausgebildet wurden.

Durch die Unterstützung mit ABM-Kräften durch den Böhlener Bürgermeister konnte auch die Hallen- und Unterkunfts-Bedingungen wesentlich verbessert werden. Der Anschluss der Wasserleitung und der Ausbau der Toiletten -und Duschanlage brachte hier eine wesentliche Verbesserung der hygienischen Bedingungen. Die gute Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden führte auch zu einer guten Akzeptanz des Flugplatzes.